Kausalität ist die Art und Weise, wie unser Gehirn zwei zeitlich verschiedene Zustände, also zwei beobachtete komplexe Phänomene, ineinanderdenken kann.
Dies geschieht, weil der erste Zustand die beschreibung eines statischen, komplexen Phänomens ist, welches sich in der Kontingenz der Veränderung, zu einem zweiten komplexen Phänomen verdichtet und sich in der Kontingenz von Zustand 1 nach Zustand 2 eine Veränderung abspielt, die wir nur denken können, indem wir zwei
komplexe statische Phänomene gegenüberstellen und schauen, wo sich, durch die kontingente Veränderung Asymmetrien gebildet haben, zwischen Zustand 1 und 2.
Kausalität ist also im Grunde ein asymmetrisieren der Veränderung der Kontingenz zu statischen Zuständen, die dann als asymmetrische Zustände, durch unsere Mathematik oder unsere Logik wieder symmetriert werden, indem man Zustand 1 mit Zustand vergleicht und hieraus eine Iteration
erzeugt, die sich der Kontingenz der Veränderung annähert.
Nehmen wir mal ein Beispiel:
Wir haben eine Maus, die sich in ihren Bau geflüchtet hat, weil sie einen Vogel gesehen hat. Wir haben weiter einen Beobachter, der diesen Sachverhalt zur Tatsache macht, indem er ihn beobachtet.
Nun haben wir einen Bericht des Beobachters der in etwa so aussehen könnte:
„Ein Bussard kreiste heute mehrere Minuten über dem Feld, welches ich beobachtete. Plötzlich schoss der Bussard zu Boden und die Kamera, die ich in der Nähe des Mäusebaus plaziert hatte, konnte erfassen, wie der Bussard die Maus verfehlte, weil diese sich in den Bau flüchtete.“
Nun haben wir also einen Sachverhalt, der sich kontingent, also gemäß der Natur abspielt. (Der Bussard jagt die Maus, die instinkthaft in ihren Bau flüchtet)
Weiterhin haben wir den Beobachter, der eine Ursache-Wirkung-Beziehung feststellt. (Das Flüchten der Maus (die Wirkung) hat die Ursache, dass sich der Bussard auf sie gestürzt hat.
Nun wird es interessant. Denn hier kommt nun zunächst die erste Asymmetrisierung ins Spiel.
Der Beobachter, weil er ein studierter Biologe ist, erkennt das Phänomen des herabstürzenden Falkens und das Phänomen der auf Nahrungssuche seienden Maus. Diese beiden Phänomene synthetisiert er zu Zustand 1.
Zustand 1 besteht auf zwei Sequenzen, die zusammen das komplexe Phänomen, den Zustand 1 ergeben. Nämlich das Herabstürzen des Bussards, der augenscheinlich Hunger hat und der Nahrungssuche der Maus, die sich dafür ins freie wagt.
Wir haben also die erste Asymmetrie, weil wir in Zustand 1 nicht nur die Kontingenz beobachten, sondern gleichzeitig auch unser Wissen über das Verhalten der beiden Tiere nutzen um den Zustand 1 plausibel zu beschreiben.
Nun verändert sich die Kontingenz weiter zu Zustand 2.
Der Bussard, tief wie er mittlerweile herabgestürzt ist, greift nach der Maus, aber verfehlt sie. Die Maus, aufgeschreckt durch den herabstürzenden Bussard, hat sich in letzter Sekunde in ihren Bau gerettet.
Nun haben wir also Zustand 1, der den herabstürzenden Bussard als Ursache ausmacht, für das Flüchten der Maus in Zustand 2. Zustand 2 ist wiederum eine Asymmetrie zur Kontingenz, da sich in Zustand wieder das Wissen des Biologen bemerkbar macht, welches er sich, durch das Erkennen der Ursache zurechtgelegt hat. Nämlich die Möglichkeiten: Bussard fängt die Maus und Maus flüchtet sich vor Bussard, wovon dann Option 2, durch die Kontingenz der Veränderung, in Zustand 2 tatsächlich eintritt. Um nun Zustand 1 und Zustand 2 Kausal ineinander zu schieben, also Zustand 1 als Ursache der Wirkung aus Zustand 2 zu erkennen, benötigt es der Symmetrisierung durch den Beobachter, der
die zwei statischen Zustände, die er aus der Veränderung der Kontingenz heraus, beobachtet hat, zu einer Sequenz zusammenschiebt, die ihm als eine Annäherung an die Realität erscheint. Er hat also eine Veränderung, zweier statischer Zustände dafür genutzt, die Veränderung der Kontingenz sich selbst kausal zu erklären.

Allgemein gesagt: Kausalität ist also die Beschreibungsweise, die Wir auf Basis unserer Denkfähigkeit nutzen, um Veränderungen der Kontingenz für uns plausibel erscheinen zu lassen.
Anders gesagt: Wir können die Kontingenz der Welt kausal beschreiben. Die Welt selbst ist aber nicht Kausal in ihrer Wirkweise – nur die auf Phänomenen(also auf beobachteten Sachverhalten, Tatsachen) aufbauenden Zustände der Welt sind kausal strukturiert.
Wenn man eine kausale Welt und nicht Kausalität als Beschreibungsform der Welt annimmt, muss man theoretisch einen Gott postulieren und kann nicht, wie im zweiten Fall einfach sagen, dass die Welt eine sich verändernde Kontingenz ist. Wenn man das Gehirn als Ursache der Kausalität wählt, dann hat man gar kein Problem eine Welt ohne Gott zu postulieren, weil dann die Welt selbst eine Kontingenz ist (das irrationale Prinzip), an der sich ihre Substanz; die Dinge und Sachen, zu Sachverhalten, Sachverhalte zu Tatsachen, Tatsachen zu Phänomenen und Phänomene zu Zuständen abstrahieren lassen.
Die Zustände ermöglichen dann, dass man in Kausalität denken kann; weil ein Zustand eine Raumbeschreibung ist, in der sich Phänomene angeben lassen.