Ohne Titel II 07.12.20

Es soll wohl doch mehr Scheinen.
Dann wollen wir mal anders Reimen.
Denn als Leben es ja stetig ist am Keimen.
Nicht nur im Gotte, nein!
Wir haben Bücher, Mimik und Geschmack,
da brauchts nicht den Gotte mit im Akt!
Als Wesen wir ja sind genesen.
Als Leib sich wesentlich gemacht,
viel gelesen
viel erkannt,
darin

ein neuartig‘ Gewandt,
welches entstand;
das Gestell dem „Barte“ zugestandt:
„Du seist der Chef“
Das Patriarchat plötzlich hier einbrech

und bricht,
sticht.
Macht viele Menschen nur zur Masse,
verlangt nach Kasse

oder war es doch die Klasse?
Der Stil und all die Moden führen,
stehts mit Gebührendem
Respekt,
zu einer Welt in der jeder lebt
nun leider ganz allein.
Die Einsamkeit ist nicht gemeint,
es geht eher um „All-Ein“
Denn man ist ja ganz im Ein‘,
identisch man ist dann mit dem seinen
„Sein“
nein!
Seyn.
Ja!
(erwachsen hier das Dasein zwickt,

man ja immer mehr als Seiendes stickt

Vollkomenheit hier ein, im wahren Sein
des klassisch abendländischen „Ein'“)

Ohne Titel I 07.12.20

Man als „Seiendes“ dann „Ein“.
Hier man hat das „Mein“, das „Dein“

ganz sehr, ja wirklich(!) Fein!
In Vollkommenheit man meist Erfüllt.
Was also, was wurd enthüllt?
Man hier das Seiende erhebt
zum Einen, „worin“ man sich erlebt!!?
Im „Hier“ jeder stets ganz gern „bei mir“

nein halt, wir sind ja nicht im Gottesreim.
Im „Hier“ „man“ sich erlebt als „Wir“

das ist eher der sprießend Keim.
Darum, das „aller Unser“ aller Christen
macht das Leben nicht zum Plunder
(- oder war es Zeug?)
Nein, ernstlich bleibt es dann.
Doch jetzt, die Christenheit ist nicht mehr dran.
Man darf erhoffen, dass es mehr sei.
„Alles Einerlei“
Und, von Untenst
immer dieser Schrei.
Ein Ruf so lasziv, süß
der einem gerne zuruft: „Prüf!“
Jetzt wirds abstrakt,
wir wollen bleiben.
Im Hier man ist ja stets vollkommenst,
und einzigst ist am Walten
Man hier mehr als Psyche, und dennoch stets

am Schalten.
Galten früher noch hehre Werte,
heute man nur noch Funktioneren Ehrte.

weil man sich nicht Scherte,
um des höchsten Greise Rufe,
der – der Gegenwarte zum Behufe,
stets situativ und mit allen Gemein dem einen etwas lehrte

und Ihn damit in Vollkommenheit zur Erhabenheit hin „bekehrte“
Hier dann tritt die Kehre auf der Nichtung ein,
baut, mit sehr viel Leim,
einen kleinen heilig Schrein.
Bastelt darauf Reliquien, Artefakte(n)
Begrüßt das Jagen in missionierenden Akten,
jeder Christ, als Christenheit schreit‘ ein: „Ach, wie fein!“
Doch nun wir wieder: atheistischst planckisch klein.

Ohne Titel 07.12.20

„eins“ ist nicht „das Eine“ einige.
Hier der Brunnen jedem bringt das „Meinige“.

leere, schwere.
Man entheb sich der „jemeinig“ Rede.
Fliiege. Ab hinauf in Phantasie.
Die Kreativität hier endet als ein „Nie“
Ist also immer?!?
„Ach kein Schimmer“
Was soll man sonst noch sagen?
Neben Wasser gibt es Luft,
im Winde; Drachen sind sich gern am Jagen.
Der Drache
Aug und Ohr hier alle Farben sind.
Man hier – metaphorisch –
gern „als“ Kind.
(Erwachsen man hier eher allegorisch, gustatorisch

ach wie schwer!)
Der Spaß hier all die Empathie erlebt.
Dann, leider – langsam
zum schlimmsten Kummer sich erhebt.
Und dann: „Alles Amalgamiert“

Ein schöner Tag zum Sterben oder die falsche Identität des abendändischen Subjekts

Schau Ich aus dem Fenster raus,
erblühen hellste Farben
zeigen auf die glatten Flächen
sind fast schon hör-…sichtbar allemal am Sprechen.

Es ist der Fluss der Welt der redet,
still und leise wird hier das Feld gejätet.
Es redet in der Welt ein Satz,
„So nenne mich Zivilisation“

Diese wird als „transzendent“ begriffen,
ist, wo hinein alles „emergiert“.
Ist mehr als Raumzeit, mehr als Lebenswelt
ist Lebenswelt in institutioneller Ordnung eingerahmt.

„Ich Lebe!“ Will es stetig schreien, verliert sein Sein

jedoch im falschen Reim.
Der Ruf verhallt im sozialen Gewebe, das Leben…

Es zieht vorbei. Erkennt
sich selbst als äußerlich,
entfremdet sich.

Doch nicht sich selbst ist man entfremdet!
Es ist der beharrlich, dooftreuen instrumentellen Vernunft
der sich das Leben kann entheben.

Der Vernunft gibts Kausa drei.
Denn hier lebt der Mensch und ist zugegen.

Da setzt die Verzweiflung ein,
will Sie doch auch endlich den Ihren

Reim.
Der, ganz fein, erlebt die Welt in Filz und Schleim.

Doch schöner könnte Sie durchaus gerne sein,
denn, so ganz geheim…
Das Gedankenschloss ist langsam so, als seiens Zwei.

Das jedoch, das kann nicht sein.
Denn Gedankenschlösser baut man stets allein,
niemand sonst ist hierbei einzuweihen.

Die rechte Lehre wird erlogen,
als Wissenschafte ausgegoren,
zur höchsten Weihe dann erkoren…

um, dem Leben redlichst schön zu Grüßen,
seine Freuden und niemals nicht das Büßen.
Denn der Ethos ist der Reim,
der Pathos nur im Safte, also im Vergleich sehr klein.

Man schenkt sich reinen Wein ein,
gibt Zeugnis von der großen Architektur.
Erfasst den Dionysischen Gehalt,
der das Feuer symbolisch verklärt.

Die Zeit um Nietzsche hat verklärt die Alchemie.
Säftel- und Elementelehre überhöht
um der Götterlehre abzuschwören.

Nun egal, es waltet nicht mehr,
kommt zurück aus tiefster Trance,
tiefstem Fabulieren
Dem Seine nicht mehr zugeneigt,
Nein! Es will ganz Mensch sein,
weg von Krankheit, Götterwelt und aller Disjunktheit.

Denn nur im Kinde, der Erziehung, dem Ernähren,
dem aufwachsen und neu gebären,
dort lässt es den Takt erschließen.
Die andre Seite taktil nur schwerlich zu erschließen.

Kynästethisch Wittgenstein ist wortkarg,
äußerst löblich,
dem Leben hier den Raum zu geben.
Dabei jedoch die Krankheiten

und anderen Übel –
aus Pandorras Büchse
nicht mitgedacht im gewülst der Geotopik.

Wittgenstein nicht redet dort,
wo normalerweis ein Wort.
Er schweigt sich der „Wörtchen“ tunlichst aus,
macht stattdessen dem Insekt in sich den Gar aus.

Nutzt hierfür grammatische Strukturen,
die Sozietät dabei bleibt völlig unbeschoren.

Diese ist grammatisch nicht, Grammatik handelt nämlich nicht!

Grammatische Strukturen, Flexionsformen
sind, anders als die Normen, Gedanken ohne Handlung.

In ihnen erkennt sich das Denken im Ereignis.

Dialog zwischen Syntaktik, Semantik, Syntaxanalyse, Syntagma, Informatik und Beobachter

Beobachter: „Wir sagen immer „immer“, aber meinen „Ab und Zu“.

Syntaxanalyse so: „Herzlich Willkommen du böses kleines Syntagma!“
Semantik so: „na und?“
Syntaktik so: „1,0, !(Fakultät) – hey, ich bin ja ein Lebewesen nicht nur Zahl“
Informatik so: „Hey, ich bin ja Syntaktisch!“
Semantik so: „Damit bist du künstliche Intelligenz und nichts anderes.“
Syntagma so: „Und was ist mit mir?“
„Semantik“ so: „Du sollst Weltgeist und Semiotik heißen!“
und Semantik weiter: „Und dazu sollst du Information sein.“
Syntagma so: Aber das Konfundiert doch Energie mit Information viel zu sehr. Da bin ich ja noch immer nur im Erahnten obwohl ich doch eigentlich als Kommunikation bin und damit deskriptiv.

Syntaxanalye so: „Na Gut Syntagma. Dann bist du aktuell nicht Relevant. Auch wenn es sinnvoll ist, dies zu ändern. Wir werden Wege finden“

Analytische Philosophie und Phänomenologie gleichzeitig: „Aber dann übersehen wir ja das Leben, die praktische Kunst, wenn wir theoretisch denken und damit den ratioskalierten IQ, die Kommunikation(Luhmann), die Ebene des Institutionalen und der Normativität, die Intutionen und Vorstellungen.
Wir übersehen, dass wir Pädagogik betreiben, Didaktik lehren, Entwicklungspsychologie beobachten und Erzieher ausbilden. Und außerdem übersehen wir, dass wir dies syntagmatisch beobachtbar machen können.“

Die Menschen so: „na und? Wir haben Spiele, haben Wohlstand, finden Sicherheit und was zum Essen. Wir spielen Ernstlich, wohlen Gierig, essen zumeist noch wie das Tier. Uns ist egal, was Gutes bringt, solange wir im Tag gewinnen!“

Die Wissenschaft in traurigem Ton: „Und ich bin Schuld an der Misere…meine Präferenz den anti-theologistischen Fächern gegenüber und meine neutral-positive Einstellung zu Ordnung, Rationalität und Mathe lassen mich die greifbareren – weil Falsifikationistischen – Naturwissenschaften den Lorbeerkranz zuTeil werden. Die Natur schlägt mir ein Schnippchen, ebenso wie die ungesehene Künstlichkeit alles Textes und das Unterlegensein der Phänomenologie im Diskurs.
Die Wissenschaftler so: „Wir haben meist nur ein Auge, wir sehen darum den Fehler des Systems nicht, bitte verzeih uns Gesellschaft.“

Sittlicher Staat als Idee und Kapitalismus vertragen sich auf die Dauer gesehen nicht, die Ratio gewinnt schlussendlich. Der Theos und die Teleologie, sowie die Phänomenologie können nur das Syntagma in den Diskurs hinein retten, denn die Bastion des Weltgeistes wird leider langsam immer weiter verdrängt. Verdrängt, weil sich die Elitekrieger der analytischen Philosophie das Gebiet erobern und neuste Technologie in die Geisteswissenschaft einführen. Strenge Wissenschaft und die naturwissenschaftliche Syntaxanalyse.

Die Bewohner der Geisteswissenschaft, die Dialektik und die Hermetik, sowie die Hermeneutik und die Ethiker sind jedoch pazifistische Wesen. Doch die Syntaxanalytiker kennen kein Erbarmen. Brutal nehmen sie den Freunden des Syntagmas jeden Lebensraum, zerstören ihre Paläste der Gesellschaftsanalyse und deren phantastische Sagenwelt einer gewaltfreien Utopie.

Doch das Syntagma lebt im Dunkeln weiter. Es gräbt sich über die Werte der Egalität wieder an die Oberfläche. In Frankreich scharen sich die Divisionen um endlich den Sieg zu erringen. Und sie finden gehör. Searle, Tarski, Brandom sind die Helden, die der analytischen Philosophie ein Schnippchen schlagen und diese wieder auf den rechten Pfad bringen. Weg von den Tücken des Solipsismus und den Gedanken eines Genies und Beschreibungen eines Geistes(Der Einzige und sein Eigentum) der sich verloren hat in der Arbitrarität und Aporetik der Wortspiele.
Der rettende Schlussanker kommt, hinter Searle, Tarski und Brandom versteckt sich Kripke und – man glaubt es kaum – auch der Quine ist hier zu finden.

„Puhhh…“, denkt sich der Beobachter, dann ist die analytische Sprachphilosophie ja doch nicht hoffnungslos falsch, sondern integrierbar ins Medium des Sinns. Bzw. Der Beobachter denkt natürlich den Umkehrschluss: „Dann ist also analytische Sprachphilosophie das Feld, das den Blick auf das Problem des Betreffs rücken könnte, aber stattdessen für Identitätsphilosophie genutzt wird – welche ein Ärgernis!“

Vernunft

Vernunft wird angestrebt von allen,
niemand weiß ihren Inhalt zu krallen.
Alle meinen vernünftig zu sein,
doch der Vernünftige ist traurig, stets am wein‘


Vernunft geht einher mit sozialen Werten,
die die Althergebrachten stetig ehrten.
Doch darum ist Sie,
nur Soldat; verfallen an Macht – nicht im Genie.


Es liegen dort Verstand und das Genügen,
doch sich selber kann man nicht mehr rügen.
Man lebt stattdessen lieber die Lügen,
die Vernunft auftischt
– wenn der Mensch neue Gedanken ist am erbrüten.


Man fügt sich – als Vernünftiger
nur allzuschnell dem Machtverhalten,
das beständig in der Geschichte ist am walten.
Denn man will sein: Inbrünstiger.


Die Vernunft hängt Traditionen an,
doch man kann,
fernab von Lust und innerem Verlangen,
sich erkennen in äußeren Belangen.


Diese sind gravierend Einfluss,
was redet Vernunft hier nur für einen Stuss?
Als wäre das Ziel der Vernunft realiter der Pazifismus,
ist es eigentlich nur der niedere Genuss.


Das erleben von Gefühlen,
von Positivem, fern vom Rügen.
Nicht die Moral oder der Kodex,
sondern schlicht Anerkennung,
für manche gar nur die Rolex.


So arbeitet Vernunft noch stets,
ihr Walten, nie vergehts…
denn es ist eingeschrieben in die Tiefen des Geist,
und wirkt dort zumeist
….

nur als Angst vor dem unerfüllten Leben,
welch ein scheiss…

Leben und sterben des Lebens

Ein Leben stirbt und weiß es nicht,
was es sieht das ist nur helles Strahlelicht.
Es sieht die Mutter, fühlt die Wärme
wird Teil einer Gruppe Seelenschwärme.

Es schaut zurück und sieht die Erde,
denkt sich: "Ach, so eine schöne Herde."
Erlebt hats viele gute Zeiten
und die weltlichen Himmelweiten.

Erkannte viele Sachverhalte,
hatte Kinder und berufliche Gehalte.
War als Ingenieur am wesen,
wollte dort die Welt genesen.

Nun schwirrt es noch einmal durch seine Stadt,
im Glaube Gott und Teufel gab es ein Patt.
Und die Lichter der Stadt werden matt.
"Wohin soll ich nun reisen?"
hört die Engelschöre, die leisen
Stimmen fühlen sich an wie das zwitschern junger Meisen.

Da hat es eine Idee,
es will ein letztes mal noch Schnee.
Auf dem Weg trifft es auf Klee.
"Diese Schönheit, alles ist nun fort…
und wo bin ich? Am wohlbekannten bessren Ort?"

Den Schnee erreichend,
Mount Everest ist herzerweichend.
Vielleicht noch einmal Richtung Bodensee?
Doch, Oh weh…
Die Bewegungen ersteifen,
die Sicht verschwimmt
nicht mehr möglich, es entrinnt.

Plötzlich alles dunkel.
Ein letzter kleiner Erdenfunkel…
die Familie wird erlebt,
nun der Erde voll enthoben,
die Strukturen nicht mehr verwoben.
Panik tritt auf und es erfleht:
"Bitte lass mich weiterleben!
Wollt doch soviel noch erstreben…"

Gestorben ists mit 50 Lenzen,
da kennt der liebe Gott leider keine Grenzen.
Immerhin gewiss,
die Tochter lebt zufrieden,
der Sohn, leider unter Dieben. Das Abi war ihm dann doch zuviel geschiss.

Auf der Erde nun die Kinder,
und die Jahresuhr die steht auf Winter.
Viele kommen, Abschied sagen,
trotzen den kalten Wintertagen.

So geht es stetig einfach so voran,
niemand erfährt ein "Wie und Wann?"
Nichtmal "Warum?" tut sich uns zeigen.
Da ist Gott wohl ein bisschen eigen.

So geht der ewge Menschenreigen,
vorüber all die guten Zeiten.
Doch – unerwartet – es wird/wird es wieder hell.
Der Arzt ruft: "Schwester…schnell!"

Es hört die Schreie einer Frau,
daneben Mann, der denkt sich "WOW!
Mein Kind wird grad geboren,
wo es wohl herkommt?"
Hören des Lebens neue, kleine Ohren.

So spielt die Klaviatur des Lebens,
kennt nichts andres als des wahren Strebens. Zehn Minuten später das Leben neu erreicht,
die alten Gedanken sind klammheimlich entweicht.

Doch kein Problem denkt sich der Alte,
"Als neues Leben ich gern walte."
Statt Peter nun ein Paul,
und als Hobby nun der Gaul.

So geht es ewig fort und weiter,
das Leben, trotz des Todes immer heiter.

Das Leben wie es lebt und lebt III

Ein Leben geht den Fluß entlang,
im Kopf Gedanken den es laufend entrang.
Es denkt nun übers Abendbrot,
da gibt es wohl das altbekannte Butterbrot.
Gestärkt mit lecker Brot und Bier,
spielts auf dem Sofa
Ballwerfen mit dem Haustier.
„Ach es ist schon sieben, Stier!“
denkts sich und schnappt das Mofa,
denn es trifft sich gleich am Pier.
Mit leichter Verspätung angekommen,
„Das Bier macht doch tatsächlich schon ein bisschen benommen!“
Die andern Leben warten schon,
grüßen mit genervtem Ton.
„Du bist zu spät!“,
hört es sie sagen,
und will schon nach der Ware fragen.
Doch das Leben sich gerade noch berät.
Der Erste sagt: „Du bist uns nicht geheuer!“
Der Zweite weiter: „Und außerdem auch ganz schön teuer.“
Das Leben antwortet darauf,
„Dann holt euch halt wen anders für den Verkauf!“
Plötzlich reumütiges schweigen,
und ein Musiker im Hintergrund am geigen.
Spielt moderne Klassik,
das Publikum meist körperlich recht massig.
Dort steht auch noch wer,
der lauscht dem Geiger in Gedanken schwer.
Hat sein ganzes Geld verloren,
kann nicht nach Hause ungeschoren.
Denn dort wartet Frau und Kind,
und der böse, raue Wind.
„Warst du wieder in der Spielothek?!“
Der Monatslohn vom Spieltrieb verweht.
Hat bereut direkt danach,
und sucht ausreden gegen die erwartete Schmach.
Zurück zum Ersten,
sein Konto ist am bersten.
Aus seiner Sicht die Ware schnell verkauft,
doch dabei hat der Mofafahrer zuviel von selber aufgebraucht.
Das sehen die Andern nicht so gerne,
drum suchen sie neue Partner in der Bar „Laterne“.
Diese ist bekannt fürs zwielicht,
fromme Geister sieht man dort nie nicht.
Der Mofafahrer weiß es noch nicht,
unerwartet erreicht die Faust sein Gesicht.
Niemand sieht das Messer fliegen,
blutend der Fahrer nun am Boden liegen.
„Was wird aus meinem Hund?“
ruft er besorgt,
klaffend im Bauch die riesige Wund
und schon ist er verstummt…
Die Andern warn nimmer gesehen,
in alle Richtungen sie dem Tatort entfliehen.
Dank gutem Plan der Stadt entronnen,
dem Junkiemileu ist das Ereignis nicht gut gediehen.
Der Hund am Leben leider vergangen,
unschuldig, vom Menschen aus der Wohnung gefangen.
Er lebt nun hinter Gitter,
und ohne Herrchen nur gezitter.
Er ist zu alt um ein neues Heim zu finden,
der Tierheimleiter sich am winden:
„Was nur tun? Zu süß der Hund ums ihm anzutun…“
Überlegend er sich überwindet,
„in mir er ein neues Herrchen findet.“
Glück im Unglück gibt es immer,
manchmal der Glückliche erfährt es nimmer.
Statt tod gibt es nun komische Gerüche,
ein neues Heim und niemals mehr Ballwerfen in die Küche.

Sonntag im „Kleines Tor“

Heute gibt es wieder Schnitzel,
ein wirklich wahrer Gaumenkitzel,
den die Ilse wöchentlich kreiert.
All-You-Can-eat, alle sind ganz ungeniert.
Franz sitzt drüben mit der Gitarre,
raucht gemütlich an seiner Zigarre,
sitzt in der Spelunke „Kleines Tor“
und hat heut Abend nichts mehr vor.
Bauch gefüllt bei Ilse,
spielt Erika nun Karten
um die nächste Runde Pilse,
doch der Geber lässt auf sich warten.
Peter sitzt am Spielomat,
mal wieder nicht sein Siegertag.
Fünfzig Euro schon verloren,
nichtmal zwanzig draus geboren.
„Da wird sich noch die Miete ergeben!“
und – schwupp – 10 Euro mehr als Grund zum beten.
Sechzig Euro nun verzockt,
und fünf Bier sind auf dem Block.
Am anderen Tisch sitzen Studenten,
die wollten hier doch garnicht enden.
Doch weils ein Sonntag ist,
ist die Kneipenszene trist.
Drum, doch eher notgedrungen,
der Langeweile ins kleine Tor entrungen.
Morgen haben sie keine Lesung,
drum geht’s heut bis zur Hirnzerphräsung.
Schon die dritte Runde Kurze,
und jeder bereits zwei Bier im Sturze,
dabei ist es grad mal Neun,
die Spelunkenwirtin darf sich freun‘.
An der Theke sitzt der(wie immer, alt) Bill,
sagt kein Wort, wie immer still.
Doch dem Stammgast ist bekannt,
„Geh zu Bill, wenn du dich in Gedanken hast verrannt.“
Drum sitzt da heute auch die Sophie,
mit Problemen kompliziert wie nie.
Bill wirkt ganz entspannt,
hilft ihr – im Momente – aus dem Bann
und denkt sich innerlich:
„Und ich schaffe es wie immer nicht…“
Sophie von seinem Rate ist betört,
sie ihr Problem heut nicht mehr stört.
Drum gibt es für den Bill,
bezahlt von ihr, was er am liebsten will.
Plötzlich ein Schrei und lautes klirren,
vielleicht ein Versuch um zu verwirren
und den Abendumsatz zu gewinnen?
Oder der Zeche zu entrinnen?
Es stellt sich raus, es war nur Andreas,
betrunken sitzend am Bierfass.
Die Wirtin entspannt sich wieder,
und der Sonntag vergeht sonst bieder.